SPENDEN
FORMULAR

Prävention und
Selbsthilfe

OFAAN

"Obstetric Fistula Awareness and Advocacy Network"

„I have a fistula“

Offen und selbstbewusst treten viele Frauen heute mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit. „I have a fistula!“ – dieser Satz wird gesungen, erzählt und gelebt. Gemeinsam berichten sie von ihrem Weg durch Krankheit, Ausgrenzung und Heilung hin zu einem selbstbestimmten Leben.

In Liedern, Tanz und kleinen Theaterstücken verarbeiten sie ihre Erfahrungen und tragen ihre Botschaft aktiv in umliegende Dörfer. Häufig werden sie dabei von lokalen Gemeinschaften unterstützt – auch Männer beteiligen sich zunehmend an den Aufklärungsaktionen.

So verbreiten sich Wissen, Verständnis und Hoffnung weit über das Krankenhaus hinaus. Fistula e.V. unterstützt diese Aktivitäten zu Prävention und Selbsthilfe mit Spendengeldern.

Karte Afrika


OFAAN – Aufklärung und Hilfe zur Selbsthilfe

Die regionalen Aufklärungsgruppen aus unterschiedlichen Teilen der Bevölkerung wie Fistelüberlebende, Hebammen, Lehrer, Angestellte im Gesundheitswesen und andere Freiwillige stellen zusammen mit den dörflichen Selbsthilfegruppen das Herzstück dernnachhaltigen Arbeit von TERREWODE vor Ort dar

Im Netzwerk OFAAN (Obstetric Fistula Awareness and Advocacy Network) engagieren sich heute mehr als 2000 Freiwillige in über 60 Gruppen in ganz Uganda. Ziel ist es, betroffene Frauen zu stärken, sie wieder in ihre Gemeinschaften zu integrieren und gleichzeitig Aufklärung zur Prävention von Geburtsfisteln zu leisten.

Schwerpunkte der Ausbildung der Gruppenmitglieder:

  • Aufklärung über Ursachen, Prävention und Behandlung von Geburtsfisteln
  • Strategien zur Einbindung von Familien und Ehemännern, um Ausgrenzung der Betroffenen zu vermeiden
  • Erarbeiten von Rollenspielen, Liedern und Kampagnen zur Sensibilisierung in der Bevölkerung
  • Einflussnahme auf politische und geistliche Führer auf allen Ebenen der Gesellschaft

Neue Lebensperspektiven mit Selbsthilfegruppen

Neue Lebensperspektiven mit Selbsthilfegruppen Seit 2005 organisiert TERREWODE neben den zweiwöchigen Reintegrationskursen dörfliche Selbsthilfegruppen. Über die medizinische Behandlung hinaus steht die langfristige Reintegration in die Dorfgemeinschaft im Fokus. Viele Frauen sind von Mann und Familie verlassen und müssen sich ein eigenständiges Leben aufbauen – eine schwierige Aufgabe in einem Land, in dem Frauen kaum Rechte haben.

Unterstützt von den TERREWODE-Sozialarbeiterinnen und OFAAN-Gruppen treffen sie sich regelmäßig zu

  • Schulungen über Gesundheit, Familienplanung und Prävention
  • Einübung von kleinen Theaterstücken und Liedern über das Schicksal von Fistelüberlebenden
  • gegenseitiger Unterstützung bei Problemen im täglichen Leben und beruflichen Ambitionen
  • Organisation und Vergabe von Mikrokrediten innerhalb der Gruppe

Viele Frauen entwickeln so eigene Einkommensquellen, schließen sich landwirtschaftlichen Kooperativen an oder gründen kleine Werkstätten. Dies stärkt nicht nur ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit, sondern auch ihre Stellung innerhalb der Gemeinschaft.

Die offene Auseinandersetzung mit der Erkrankung führt zu wachsender Akzeptanz in den Dörfern. Diese Organisationsform bietet eine hervorragende Möglichkeit, die einfache Bevölkerung zu erreichen. Sie ist sehr erfolgreich, da Informationen in der Sprache der Menschen vermittelt werden, von Nachbarn, denen man vertraut. Es wird demonstriert, dass aus den schwächsten, verletzten Gliedern der Gemeinschaft starke, selbständige Persönlichkeiten werden.

Terrewode_Psychosoziale Betreuung


Frauenrechte und gesellschaftlicher Wandel

TERREWODE und OFAAN engagieren sich auch auf gesellschaftlicher Ebene.

Gemeinsam mit lokalen Behörden, Gesundheitsdiensten und internationalen Partnern setzen sie Programme um zu:

  • sicherer Mutterschaft
  • Zugang zu Familienplanung
  • Prävention von Gewalt
  • Stärkung von Frauenrechten

Gerade in ländlichen Regionen, in denen frühe Schwangerschaften und fehlender Zugang zu medizinischer Versorgung weiterhin große Herausforderungen darstellen, leisten diese Initiativen einen wichtigen Beitrag.

Wirtschaftliche Autonomie

Mit Fortbildungen werden unternehmerische Fähigkeiten verbessert. Die Gruppen verwaltet Mikrokredite selbständig, oft wird heftig darüber diskutiert, welches Projekt erfolgversprechend wäre und wer nun zuerst unterstützt werden kann. Frauen werden so zu kleinen Unternehmerinnen, attraktiv in der Dorfgemeinschaft, und viele Ehemänner kehren voller Stolz zu ihnen zurück.  Die meisten Gruppen gibt es im Bezirk Teso, dem Ursprungsgebiet TERREWODES, im ärmlichen, östlichen Teil Ugandas.  Das Projekt weitet sich jedoch stetig aus. Insbesondere dann, wenn aus Fistula-Kampagnen in anderen Bezirken ganze Gruppen betroffener Frauen zusammen zur Operation kommen. So entstehen neue Einheiten, die die Ideen wieder weiter tragen.

Familienplanung – selbstbestimmte Entscheidung über Ehe und Familie

Familienplanung ist zentral für die Selbstbestimmung von Mädchen und Frauen. Obwohl Sex mit Minderjährigen verboten ist, werden Mädchen besonders in ländlichen Regionen häufig früh verheiratet – ohne behördliche Kontrolle. Es fehlt an Sexualaufklärung und Zugang zu Verhütungsmitteln, was durch konservative religiöse Einflüsse verstärkt wird. Daher leiden viele junge Erstgebärende in Uganda an Geburtsfisteln.

Nach einer Fisteloperation brauchen Frauen ausreichend Zeit ohne erneute Schwangerschaft, um gesund zu bleiben. Gerade junge Frauen benötigen Wissen und Unterstützung, um selbst über ihre Familienplanung entscheiden zu können.

TERREWODE setzt sich seit über zehn Jahren dafür ein: durch Aufklärung, besseren Zugang zu Verhütungsmitteln und Begleitung der Frauen bei ihren Entscheidungen. In Selbsthilfegruppen und in Zusammenarbeit mit lokalen Gesundheitsstellen wird konkrete Hilfe geleistet.

Terrewode

Ein Netzwerk, das trägt

Heute zeigt sich: Aus ehemals ausgegrenzten Frauen werden selbstbewusste Akteurinnen des Wandels.

Sie unterstützen andere Betroffene, klären ihre Gemeinden auf und tragen dazu bei, dass Geburtsfisteln früher erkannt, behandelt – und langfristig verhindert werden können.

Fistula e.V. unterstützt dieses Netzwerk gezielt finanziell und strukturell. So fließen Spenden nicht nur in die medizinische Versorgung, sondern auch in Prävention, Familienplanung, Aufklärung und nachhaltige Entwicklung vor Ort.